Website mit KI erstellen: Die Nachteile, die dir keiner zeigt

Ich baue selbst täglich Websites mit KI. Genau deshalb zeige ich dir, was bei KI-Klick-Websites schiefgeht: ungefragtes Tracking, Notizen im Quelltext, und niemand, der die Seite wartet.

Klartext · KI-Praxis
Website mit KI erstellen: die Nachteile, die dir keiner zeigt

KI-Baukästen versprechen die fertige Website in zehn Minuten. Ich baue selbst jeden Tag mit KI, und genau deshalb weiß ich, was dabei schiefgeht, wenn hinterher niemand mehr hinschaut.

Peter Kowalewski – Anlagenmechaniker SHK & Webentwickler Lesezeit: ca. 7 Minuten

Damit das klar ist: Das hier wird kein KI-Verriss. Ich arbeite täglich mit Claude, meine Erfahrungen stehen offen im Blog, und ohne KI wären meine Festpreise nicht möglich. Aber zwischen „KI als Werkzeug in geübten Händen“ und „Klick, fertig, live“ liegt ein Unterschied, den man jeder Website ansehen kann. Man muss nur wissen, wo man hinschaut. Und genau das zeige ich dir jetzt.

Was ich in einer echten KI-Website gefunden habe

Vor ein paar Tagen habe ich mir die Seite eines Anbieters angesehen, der selbst mit KI-gebauten Websites wirbt. Kein konstruiertes Beispiel, eine echte, live geschaltete Seite. Drei Funde aus einer Viertelstunde:

Erstens: Gleich zwei Meta-Pixel, also Facebook-Tracking, feuerten ungefragt beim ersten Seitenaufruf. Ohne Einwilligung, ohne Banner. Zweitens: Die Datenschutzerklärung erwähnte dieses Tracking mit keinem Wort. Die Seite sammelte also Besucherdaten für einen US-Konzern und behauptete gleichzeitig, es gäbe nichts zu erklären. Drittens: Im öffentlichen Quelltext standen 26 Arbeitsnotizen der KI. Anmerkungen, die beim Bauen helfen sollten und die jetzt jeder Besucher lesen kann, der Rechtsklick und „Seitenquelltext anzeigen“ kennt.

Das Tückische: Die Seite sah gut aus, modern und aufgeräumt. Genau deshalb fällt so etwas niemandem auf, bis es jemandem auffällt, der es besser nicht finden sollte.

Das Problem ist nie, dass eine KI mitgebaut hat. Das Problem ist, wenn danach keiner mehr hingeschaut hat.

Die sechs Schwachstellen, die ich immer wieder sehe

1

Tracking, das niemand bestellt hat

KI-Werkzeuge bauen gern ein, was „man halt so einbaut“: Analyse-Pixel, Fremd-Schriften von US-Servern, Social-Media-Schnipsel. Jeder dieser Dienste braucht in der Regel eine Einwilligung und einen Platz in der Datenschutzerklärung. Fehlt beides, ist deine Website eine offene Abmahnfläche, und du weißt nicht einmal davon.

2

Arbeitsnotizen im Quelltext

Der Quelltext deiner Website ist öffentlich, jeder kann ihn mit zwei Klicks lesen. KI-generierter Code ist voll mit Selbstgesprächen: was noch fehlt, was später ergänzt werden soll, warum etwas so gelöst wurde. Für Kunden, die nachsehen, wirkt das wie ein Ladenlokal mit offen liegendem Notizzettel „Regal provisorisch befestigt“.

3

Design von der Stange

KI-Baukästen ziehen aus denselben Mustern wie bei allen anderen Nutzern auch. Das Ergebnis sieht ordentlich aus und wie tausend andere Seiten. Wiedererkennen kann dich daran niemand, und Vertrauen entsteht nicht aus „schon mal irgendwo gesehen“.

4

Ballast unter der Haube

Unbenutztes CSS, doppelt geladene Skripte, Bilder in Originalgröße: KI-generierter Code funktioniert, aber er räumt nicht hinter sich auf. Das kostet Ladezeit, und Ladezeit kostet Besucher, vor allem auf dem Handy im Funkloch.

5

Niemand wartet die Seite

Eine Website ist wie eine Heizungsanlage: Sie braucht Updates, Sicherungen und ab und zu jemanden, der nach dem Rechten sieht. Der KI-Klick-Anbieter liefert die Hülle und ist dann weg. Wer kümmert sich in einem Jahr?

6

Texte ohne Substanz

KI-Texte ohne echten Input klingen professionell und sagen nichts: keine echten Leistungen, keine Preise, kein Ort, keine Haltung. Weder ein Leser noch Google findet darin einen Grund, ausgerechnet dich zu beauftragen.

Wann eine KI-Website trotzdem reicht

Ehrlicherweise: nicht jede Website braucht einen Profi. Für den Verein, das Hobbyprojekt oder den allerersten Testballon mit null Budget ist eine KI-gebaute Seite besser als gar keine, wenn du die Punkte oben selbst im Blick behältst. Und wer damit startet und später wächst, ist ein Kunde, den ich gern übernehme, das ist völlig in Ordnung so.

Die Grenze verläuft da, wo die Website Geld verdienen soll oder rechtlich sauber sein muss. Ab dann ist „sieht gut aus“ zu wenig, dann zählt, was unter der Haube steckt.

So baue ich mit KI, ohne dass dir das passiert

Der Unterschied steckt in dem, was nach dem Bauen kommt. Bei mir baut die KI mit, und dann wird geprüft, jedes Mal, nach derselben Routine: Ein Netzwerk-Mitschnitt zeigt, welche fremden Server die Seite wirklich anruft, und zwar alle. Der Quelltext wird durchgesehen und von Arbeitsnotizen befreit, bevor irgendetwas live geht. Die Datenschutzerklärung wird gegen das abgeglichen, was die Seite tatsächlich tut. Und getestet wird auf echten Handys, nicht in der Vorschau.

Das ist keine Zauberei, das ist Handwerk: Werkzeug benutzen, Ergebnis kontrollieren, Verantwortung behalten. Eine KI beschleunigt bei mir die Arbeit. Sie ersetzt nicht die Abnahme.

Der Fünf-Minuten-Check für deine eigene Seite

Falls du schon eine KI-gebaute Seite hast oder eine bekommen sollst: Diese fünf Handgriffe kannst du selbst machen, ganz ohne Technik-Studium.

1

Quelltext ansehen

Rechtsklick auf die Seite, „Seitenquelltext anzeigen“. Stehen da Notizen, halbe Sätze, englische Anweisungen? Dann hat niemand aufgeräumt.

2

Fremde Server zählen

In den Entwickler-Werkzeugen des Browsers (Taste F12, Reiter „Netzwerk“) die Seite neu laden. Tauchen dort Domains auf, die du nicht kennst, etwa von Werbenetzwerken? Dann telefoniert deine Seite nach Hause, nur nicht zu dir.

3

Datenschutzerklärung gegenlesen

Steht jeder Dienst aus Schritt 2 auch in der Datenschutzerklärung? Wenn die Seite mehr tut, als die Erklärung sagt, hast du ein Problem, nicht die KI.

4

Handy-Test bei Sonne

Die Seite draußen auf dem Handy öffnen. Kannst du alles lesen, tippen, ausfüllen? Ein Großteil deiner Besucher kommt genau so vorbei.

5

Die ehrliche Frage

Würdest du bei dieser Seite selbst kaufen oder anfragen? Nicht „sieht sie okay aus“, sondern: Vertraust du ihr dein Geld an? Wenn du zögerst, zögern deine Kunden auch.

Unterm Strich: Eine KI kann heute in Minuten bauen, wofür ich früher Tage gebraucht habe, und das ist gut so. Aber eine Website, bei der niemand mehr kontrolliert, was da eigentlich live gegangen ist, bleibt ein Risiko mit hübscher Oberfläche. Das Werkzeug macht die Arbeit schneller. Die Verantwortung bleibt Handarbeit.

Und wo steht deine Website?

Ich nutze KI täglich im echten Betrieb, nicht in Folien. Ist deine Seite mit KI gebaut und du bist unsicher, ob alles stimmt? Ich überarbeite sie oder baue sie neu, zum Festpreis und mit kostenloser Vorschau vorab.

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